Jahresabschlussprüfungen im Anteilsbesitz öffentlicher Gebietskörperschaften

Im Gegensatz zu Eigenbetrieben und Landesbetrieben sind hier rechtlich eigenständige Unternehmen mit Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge betraut. Bei diesen Unternehmen stehen die Gesellschaftsanteile in Mehrheitsbesitz einer öffentlichen Gebietskörperschaft (Landkreis oder Landesverwaltung), können aber auch bei einer kommunalen Verwaltung liegen.

Besonderheiten von Unternehmen im Anteilsbesitz öffentlicher Gebietskörperschaften

Trotz ihrer rechtlichen Selbstständigkeit werden diese Unternehmen in der Regel in der Rechtsform einer GmbH, direkt nach den Vorgaben der übergeordneten öffentlichen Verwaltung, geführt. Die Ermessensspielräume im Geschäftsfeld und im äußeren Erscheinungsbild sind dadurch begrenzt. Da diese Unternehmen festgelegte Aufgaben zu erfüllen haben, ist die Geschäftstätigkeit durch eine kontinuierliche Stetigkeit geprägt.

Abschluss der Prüfung im Landratsamt

Abschluss der Prüfung im Landratsamt

Da auch alle wirtschaftlichen und finanziellen Belange von der übergeordneten öffentlichen Verwaltung zu genehmigen sind und über die Verwendung von finanziellen Mitteln auch Rechenschaft abgelegt werden muss, limitieren diese Vorgaben die verbleibenden Handlungsspielräume der Geschäftsleitung. Häufig werden auch personelle Dispositionen in Form von Stellenplänen vorgegeben.

Zusätzliche Vorschriften bei Jahresabschlussprüfungen

Für diese Unternehmen können auch zahlreiche Verwaltungsvorschriften gelten oder werden in analoger Anwendung an öffentliche Verwaltungsvorschriften festgelegt. Auch die Landeshaushaltsordnung (LHO) ist in Teilen zu beachten. Die LHO regelt in vielen Bereichen hauswirtschaftliches Handeln und auch Finanzierungsgrundsätze. Deshalb fließen auch diese in eine Wirtschaftsprüfung ein.

Prüfung Bauinvestition in Infrastruktur

Prüfung Bauinvestition in Infrastruktur

Als ein Ausfluss dieser Besonderheiten ist auch mit der Beauftragung einer Jahresabschlussprüfung an Wirtschaftsprüfer regelmäßig eine erweiterte Prüfung nach § 53 Haushaltsgrundsätzegesetz (HGrG) durchzuführen. Diese Prüfung richtet sich nach einem speziellen Fragekatalog, für den ein eigener Prüfungsstandard (PS 720) geschaffen wurde. Darin sind zahlreiche Fragen zur Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung und des Geschäftsführungsinstrumentariums festgelegt, die es vom Abschlussprüfer zu beantworten und in einem Prüfungsbericht zu dokumentieren gilt.

Für die Wirtschaftsprüfung von Unternehmen im Anteilsbesitz öffentlicher Gebietskörperschaften ergeben sich weitere spezifische Charakteristika, die wir bereits an anderer Stelle dargestellt haben. Sie kommen dorthin, wenn Sie diesen Button drücken:

Öffentliche Unternehmen

Für die Durchführung einer Jahresabschlussprüfung bei diesen Unternehmen gibt es natürlich auch generelle Abläufe zur Durchführung einer Abschlussprüfung zu beachten.

Was ist eine Jahresabschlussprüfung?

Weitere Informationen können wir Ihnen in einem persönlichen Gespräch bei uns in Potsdam oder gerne bei Ihnen vor Ort geben.

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